100. Bäckerei- Jubiläum
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In der Weihnachtsbäckerei: Hier sticht Jan Pascal Plätzchen aus, die so-dann in den vorgeheiz- ten Ofen kamen. So mancher, der am Samstag die 100-Jahr-feier der Rathenower Bäckerei Möhring be- suchte, ließ sich durch das Backhandwerk zu eigenen Kreationen inspirieren.
Quelle: Foto: Enzlin BRAWO vom 12.11.08
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Vom Zwieback zum Zuckerkuchen
Bäckerei Möhring feierte mit Backstubenfest ihren 100. Geburtstag
Von Norbert Stein
RATHENOW - Im Jahre 1908 kam Wilhelm Saran aus Wust bei Jerichow nach Rathenow West und eröffnete am 1. November eine Keks-, Zwieback- und Honigkuchenfabrik. Damit legte er den Grundstein für eine Bäckerei, die heute in vierter Familiengeneration von Ingo Möhring geführt wird.
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| Backe, backe Kuchen: Chef Ingo Möhring bereitete beim Jubiläumsfest seiner Firma mit Kindern ein Weihnachtsgebäck zu |
Genau 100 Jahre sind seither vergangen. Vieles hat sich in dieser Zeit grundlegend geändert. Aber der alten Handwerkstradition ist man in der Bäckerei in der Göttliner Straße treu geblieben. Davon konnten sich am Samstag auch über 300 Besucher und Kunden bei einem Backstubenfest überzeugen.
Zu diesem Treff vor und in der Bäckerei hatte Ingo Möhring mit seinen Mitarbeitern aus Anlass des runden Jubiläums eingeladen. Zur Begrüßung gab es Zuckerkuchen. Alle die gekommen waren, gratulierten dem Bäckermeister und wünschten ihm mit seinem Team eine erfolgreiche Zukunft.
Vorstandmitglieder mehrerer Vereine, Kommunalpolitiker, der Elferrat des Rathenower Carneval Clubs, Vertreter der benachbarten Grundschule West, Sportler und viele Andere bekundeten mit ihrer
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| Für die Festgäste gab es Schmalz- und Quarkstullen |
Anwesenheit, dass hier nicht nur eine Bäckerei ein rundes Jubiläum feierte, sondern ein traditionsreicher Handwerksbetrieb zur Feier eingeladen hatte, der fest zum gesellschaftlichen Leben der Stadt gehört.
Es waren kurzweilige Stunden, die alle Gäste bis in die Abenddämmerung hinein miteinander verbrachten. Fotos in den Pavillons oder an vielen anderen Stellen machten anschaulich die beeindruckende Entwicklung der Bäckerei deutlich. Der Hof und die Straße waren mit vielen Luftballons und herbstlich geschmückt. Bei Kuchen, Konditorleckereien, gebackenem Schwein, bei Stullen und anderen Köstlichkeiten kam es zu vielen zwanglosen und unterhaltsamen Gesprächen. Dazu gab es Musik, die zum 100. Geburtstag sogar aus einem alten Grammofon erklang. Am Glücksrad gab es für Groß und Klein Preise zu gewinnen, wie zum Beispiel das Opa-Wilhelm-Jubiläumsbrot.
Die Backstube hatte der Nachwuchs in Beschlag genommen. Viele Mädchen und Jungen sorgten in der Kinderbäckerei für reges Treiben. So rollte Bäcker Karsten Thomas für Janine Mürbeteig aus. Sodann machte sich das siebenjährige Mädchen ans Werk, um aus dem Mürbeteig Plätzchen auszustechen. Anschließend wurden die Plätzchen, wie auch weitere Leckereien, die andere Kinder mit Bäckern zubereitet hatten, in den Backofen geschoben.
Da war Hochbetrieb in der Backstube. „Einfach faszinierend. Mit einer solchen großen Resonanz hatte ich nicht gerechnet“, freute sich am Abend Ingo Möhring über ein gelungenes Backstubenfest.
Quelle: MAZ vom 10.11.08
Fotos: Rietschel
Mit Opa Wilhelm fing alles an
Am 1. November 1908 eröffnete die heutige Bäckerei Möhring in Rathenow West
Von Christin Schmidt
Weiße Hose, weißes T-Shirt, auch die weiße Jacke darf nicht fehlen. So kennt man Ingo Möhring. Tritt
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| 1995 übernahm Ingo Möhring den traditionsreichen Familienbetrieb in der Göttliner Strasse 56 in Rathenow- West. Täglich gehen hier etwa 250 Brote über den Ladentisch, aber auch Nusstörtchen sind heiß geliebte Backware. |
er in Anzug und Krawatte auf, muss man kurz überlegen, ob es tatsächlich der symphatische Bäcker- und Konditormeister aus Rathenow ist. Schlafen geht Möhring dennoch nicht in seiner Arbeitskleidung. Obwohl er das beinahe tun könnte, denn die Nacht ist für ihn so kurz, dass sich das Umziehen kaum lohnt. Bereits um 2.00 Uhr beginnt sein Arbeitstag in der Backstube, und das sei schon relativ spät, verrät der 41-Jährige. Um diese Zeit ruht der Natursauerteig für das frische "Möhringbrot" schon einige Stunden. Etwa 20o Mischbrote und 50 Spezialbrote werden täglich gebacken. Dazu kommen zahlreiche Torten, Kuchen, Kekse und Brötchen.
Das Backen hat im Haus der Familie Möhring Tradition. Vor genau 100 Jahren, am 1. November, eröffnete hier in der Göttliner Straße 56 Bäckermeister Wilhelm Saran sein Geschäft. Der Sohn eines Schmiedes aus Wust bei Jerichow hatte 1908 in Köln seine Ausbildung zum Bäckermeister absolviert, bevor er im Alter von 29 Jahren die Bäckerei eröffnete.
Vor allem Spekulatius und Lebkuchen waren damals sehr gefragt. Als Saran 1944 starb, übernahmen seine Frau Margarethe und Tochter Elise das Geschäft. 1948 wurde die Bäckerei verpachtet, ging aber 1959 wieder in Familienbesitz über. Elises Sohn, Hans-Joachim Möhring, übernahm den Betrieb und sorgte dafür, dass die Bäckerei Möhring zu einer der beliebtesten Bäckereien in Rathenow wurde. Bis zu 30 Torten wurden täglich verkauft, unter anderem auch an das "Tanzcafé" und an die "Milchbar". "Vorallem die Käsecremetorte erfreute sich großer Beliebtheit", erinnert sich Hans-Joachim Möhring. 1950 hatte er das Handwerk gelernt. "Damals", so erzählt der 68-Jährige, "wurden Torten aus Hefeteig hergestellt, denn Eier für Bisquitböden waren knapp." 1995 übergab er seinem Sohn Ingo das Geschäft. Ganz zurückgezogen hat er sich dennoch nie. "Als gute Seele wacht Vater über Haus und Hof", erzählt Ingo Möhring.
Für den heutigen Geschäftsinhaber war der Beruf des Bäckers keineswegs ein Traumberuf. "Ich wollte viel lieber Clown oder Dompteur werden. Die Zirkusluft hatte es mir angetan", erinnert sich Möhring. Dass er 1984 dennoch bei Haldy Oberländer in der Rathenower Goethestraße das Bäckerhandwerk lernte, hat er nie bereut. Selbst seine Kreativität kann Ingo Möhring heute in seinem Beruf ausleben. So hat er sich mit seinen außergewöhnlichen Torten bereits über die Grenzen des Havellandes hinaus einen Namen gemacht. Das wird beim Durchblättern diverser Fotoalben deutlich, in denen der Konditormeister seine Kreationen verewigt hat. Auch für Superlative ist Möhring bekannt. So fertigte er zur Landesgartenschau 2006 aus einem einzigen Stück ein zwei mal zwei Meter großes Tortengemälde.
Ingo Möhring kann sich aber nicht nur für Torten begeistern, er ist auch ein großer Elvis-Fan. Ähnlich wie sein Idol beschreibt sich Möhring selbst als einen Perfektionisten. Fleiß, Genauigkeit und Liebe zum Detail, darauf komme es ihm an. "Altes verändern und Neues schaffen, damit man später nicht mal an meinem Grabe steht und daran zweifelt, ob ich je gelebt habe." Diesen Spruch hat Ingo Möhring zu seinem Lebensmotto erklärt. "Überhaupt haben es die Männer der Familie mit Sprüchen", erzählt er mit einem Lächeln. "Tue Recht und scheue niemanden", lautete der Spruch seines Urgroßvaters Wilhelm Saran, den er nicht nur selbst beherzt, sondern auch gern an seine drei Kinder weitergibt. Als Ingo Möhring im Jahr 2000 die beiden Japanerinnen Hiroko und Kazumi zu Konditoren ausbildete, sorgte er dafür, dass das Geheimnis leckerer Torten und Brote nach Fernost hinaus getragen wurde.
Nach mehr als 20 Jahren im Beruf mangelt es dem Rathenower nicht an Visionen und neuen Ideen: "Mein Traum ist ein schönes Café." Bevor das Wirklichkeit wird, holt Ingo Möhring erst einmal die 100 Jahre alte Spekulatiusmaschine von Uropa Wilhelm hervor. Denn das Weihnachtsgeschäft beginnt, und die süßen Träume großer und kleiner Leckermäuler wollen erfüllt werden. Unterm Weihnachtsbaum ist dann aber sicher auch wieder Platz für seine eigenen Träume.
Brawo, 02. 11. 2008
Foto: Christin Schmidt
Mit Zwieback, Keksen und Honigkuchen fing alles an
Seit genau 100 Jahren wird bei Möhring in Rathenow gebacken
Die älteste Rathenower Bäckerei besteht heute genau 100 Jahre. Und noch immer gibt es bei Möhrings nicht nur Brot und Brötchen.
Von Norbert Stein
Am 1. November 1908 kam Wilhelm Saran aus Wust bei Jerichow nach Neue Schleuse und eröffnete eine Keks-, Zwieback- und Honigkuchenfabrikation. Damit legte der Urgroßvater von Ingo Möhring den Grundstein für eine lange, durchaus auch wechselhafte, aber vor allem erfolgreiche Backtradition. Die Bäckerei Möhring in Rathenow West wird heute von Bäcker- und Konditormeister Ingo Möhring in vierter Generation geführt.
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So fing alles an: Wilhelm Saran eröffnete am 1. November 1908 die Bäckerei in Neue Schleuse.
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In der Gründerzeit und den Kriegsjahren bis 1945 wurden neben dem üblichen Backwaren vor allem Lebkuchen gebacken. Im September 1944 verstarb Wilhelm Saran. Das Geschäft wurde von seiner Frau Margarete und ihrer Tochter Elise weitergeführt. Ab 1948 wurde die Bäckerei zeitweilig an die HO verpachtet. Am 1. September 1959 übernahm Hans-Joachim Möhring, der Sohn von Elise Möhring, geborene Saran, mit seiner Frau Rosa das Geschäft. Damit war die Bäckerei wieder fest in Familienhand. Nach über 35 Jahren erfolgreicher Arbeit übergab Hans-Joachim Möhring am 1. Januar 1995 das Geschäft an seinem Sohn Ingo Möhring. Neben dem Hauptgeschäft in der Friedensstraße in Rathenow West hat die Bäckerei heute zwei weitere Läden in der Rathenower Lessingstraße und in Hohennauen. Dazu kommt ein Verkaufs mobil.
Der Bäckermeister engagiert sich im Fremdenverkehrsverein Westhavelland und gehört oft zu den Akteuren von Festlichkeiten, wie jüngst beim zentralen Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Hamburg, oder auch im Rathenower Optikpark.
Im Januar soll es wieder zur Grünen Woche nach Berlin gehen.
Mit 20 Mitarbeitern sorgt der Bäckermeister täglich für ein breites Angebot und reibungslosen Geschäftsablauf. So werden in der Möhring'schen Backstube in jeder Woche rund 25 verschiedene Brötchenvarianten gebacken, zudem ist für ein abwechslungsreiches Brotsortiment gesorgt.
Dazu wird das tägliche Angebot bereichert durch individuell gestaltete Torten und viele Konditorgenüsse.
Vater Hans-Joachim Möhring belieferte einst in Rathenow viele Gaststätten und Cafes. Einen Geschäftszweig, den auch Ingo Möhring erhalten und gestalten konnte, mit neuen Großkunden wie dem Wohn- und Pflegeheim Rathenow oder auch den Rathenower Werkstätten. „Wir sind stolz auf unsere Familien- und Handwerkstradition", bekennt Ingo Möhring.
So hat er sich natürlich zum Jubiläum etwas einfallen lassen, damit die Kunden diese Tradition auch in Form von Gaumenfreuden genießen können. So wird zu Ehren des Gründers ein „Opa Wilhelm Brot" gebacken. Das Brot aus Roggen und Dinkel ist schon seit Wochen ein Renner in den Verkaufsläden. Dazu kommen mit „Sarans Krüstchen" klein und kräftig gebackene Brötchen. Zudem wird Ingo Möhring mit seinen Mitarbeitern für die Kunden nach einem alten Rezept seines Urgroßvaters Dominosteine backen, gefüllt mit Pflaumenmus.
Die Zutat kann der Bäckermeister schnell erklären. Vor 100 Jahren wurden Pflaumen aus dem eigenen Garten geerntet, zu Mus verarbeitet und unter anderem für die Füllung von Dominosteinen verwendet.
Am 8. November ab 11 Uhr wird das Jubiläum in der Göttliner Straße 56 mit einem Backstubenfest begangen. In diese Backstube wird in den nächsten Wochen auch ein RBB- Fernsehteam kommen und filmen wenn Ingo Möhring mit Mädchen und Jungen aus der benachbarten Otto-Seeger-Grundschule in der Weihnachtsbäckerei Leckereien zum Fest herstellt.
Quelle: MAZ vom 01.11.2008
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